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"Die Stiftung in der Beraterpraxis" widmet sich auch in der 4. Auflage ausführlich den Praxisfragen zur Stiftung.

Handbuch des internationalen Stiftungsrechts

Das "Handbuch des inter­­­nationalen Stiftungsrechts"

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Dr. K. Jan Schiffer

Dr. K. Jan Schiffer ist Wirtschaftsanwalt und berät seit 1987 vor allem Familienunternehmen, Stiftungen, Verbände, staatliche Stellen, …mehr

Norbert Schönleber

Interview von Dr. K. Jan Schiffer (02/2011)

Norbert Schönleber war nach dem 2. Juristischen Staatsexamen, das er im Jahr 1986 abgelegt hat, zunächst in der Rechtsabteilung eines großen Wohnungsunternehmens beschäftigt. Seit 1989 ist er in Köln nahezu ausschließlich auf dem Gebiet des Immobilien- und Erbrechts tätig. Auf seine Initiative wurde im Jahre 1997 die Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen AnwaltVerein gegründet. Er gehört seitdem dem Geschäftsführenden Ausschuss der Arbeits-gemeinschaft an. Weiterhin ist er Mitglied im Fachanwaltsvorprüfungsausschuss der Rechtsanwaltskammer Köln sowie Mitglied der Ausschüsse für Erbrecht und Miet- und Immobilienrecht des Kölner AnwaltVereins. Ferner gehört er dem Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Testamentsvollstreckung und Vermögenssorge e.V. (AGT) an.

Rechtsanwalt Schönleber hat sich schon früh mit dem Internet beschäftigt. Er ist im Bereich des sogenannten „social media“ unterwegs und moderiert u.a. mehrere Foren auf der Internet-Plattform XING.

www.schoenleber.net

www.immobilien-erbrecht.de

www.agt-ev.de

www.xing.de

 

 

Lieber Herr Schönleber, Sie sind als Anwalt u. a. im Erbrecht unterwegs. Das ist eine ganz traditionelle Materie. Sie haben zwar keinen Schwerpunkt im Internetrecht, sind aber bei dem beruflichen Einsatz neuer Medien doch ganz weit vorne. Wie kamen Sie dazu, sich mit dem Internet zu beschäftigen?

Der Sohn eines Mandanten hat mich schon relativ früh – nämlich Ende der 80er Jahre – mit dem Computer vertraut gemacht. Er war nämlich seiner Zeit stets voraus und hatte zuvor schon Faxgeräte bzw. Mobilfunktelefone in Deutschland vertrieben, als diese Produkte hier noch fast unbekannt waren. 1997 hat er mich dann mit dem gerade auflebenden Internet bekannt gemacht. Seit einigen Jahren lebt er übrigens, einmal mehr seiner Zeit, voraus in China.

 

Wie ging es dann bei Ihnen mit dem Internet weiter?

Ich habe mir hier schon recht früh einige für meinen Beruf wichtige Domains gesichert. Bei Recherchen im Internet bin ich dann auf die so genannten „social media“ gestoßen, insbesondere auf die Business-Plattform Xing.

 

Was machen Sie denn z. B. bei Xing? Haben Sie keine Sorge, zuviel von sich und Ihren Daten preiszugeben?

Selbstverständlich gebe ich nicht ungefiltert alles preis. Mitgeteilt wird nur das, was ich auch ansonsten auf meiner Homepage angebe. Auch bei Meinungsäußerungen berücksichtige ich, dass ja letztlich die ganze Welt mitlesen kann.

 

Ist es wichtig, und wenn ja warum, dass sich auch NPOs und eben auch Stiftungen und sonstige Beteiligte aus dem Bereich des Stiftungswesens etwa auch Stiftungsberater sich mit „social media“ beschäftigen?

Aus meiner Sicht ist dies sehr wichtig. Das Internet bietet hier vielfältige Möglichkeiten. Die aktuelle politische Entwicklung im arabischen Raum macht deutlich, welchen Einfluss das Internet mittlerweile auf das Zusammenleben der Menschen hat. Die klassischen Medien wie Zeitungen und Bücher, aber auch Rundfunk und Fernsehen werden vom Medium Internet mittlerweile schon fast abgelöst. Besonders hervorzuheben ist der Umstand, dass man durch gute Beiträge, intelligente und strategische Vernetzung sowie eine gut aufgebaute Homepage äußerst viel Wirkung erzeugen kann.

 

Können Sie das an Beispielen verdeutlichen?

Stiftungen und im Stiftungsbereich tätige Berater haben das Problem, ihr Anliegen an die Öffentlichkeit zu bringen. Werbung in Printmedien ist auch weiterhin recht kostspielig. Buchpublikationen werden zunehmend weniger wahrgenommen. Rundfunk und erst recht das Fernsehen sind sehr teure Möglichkeiten, sich werbend an die Öffentlichkeit zu wenden.

Eine gute Internet-Plattform kann man heute schon recht kostengünstig aufbauen. Durch Kommunikation im Netz kann man Öffentlichkeit für ein Thema oder für eine Person schaffen. Hier zählt weniger der Kapitaleinsatz als pfiffige Ideen.

So hat es z.B. eine gemeinnützige GmbH geschafft, auf Seite 1 bei Google zu kommen, wenn der Begriff Papst eingegeben wird. Dies hat deshalb geklappt, weil auf der Homepage der GmbH die Besucher dazu aufgerufen wurden, ihr jeweiliges Lieblingsbild des Papstes einzugeben. Hierdurch wurde der Seite eine ganz erhebliche Aufmerksamkeit zuteil.

 

Was empfehlen Sie denn ganz konkret für Stiftungen und Stiftungsberater?

Die Stiftung lebt aus meiner Sicht zum einen vom Zufluss finanzieller Mittel, nicht zuletzt aber auch von der möglichst weit verbreiteten Begeisterung für die Stiftungsidee. Das Internet und soziale Medien ermöglichen es, das Projekt, das die jeweilige Stiftung verwirklicht bzw. fördert, umfassend und interessant vorzustellen. Hier hat man ein reiches Instrumentarium von Texten, Bildern, Diagrammen und nicht zuletzt auch Filmbeiträgen. Durch Veröffentlichungen und Hinweise in den geeigneten Internet-Foren kann auf die Idee aufmerksam gemacht werden. Sehr zielgenau kann ich hier die Zielgruppe erreichen, die ich erreichen möchte.

Wende ich mich an ein jüngeres Publikum, sind Facebook und YouTube geeignete Mittel, Aufmerksamkeit zu erzielen. Ansprechende Werbemaßnahmen und Veranstaltungshinweise sind hier hilfreich.

Will ich mich mehr an Geschäftsleute und Unternehmen wenden, sind Beiträge und Diskussions-gruppen in Plattformen wie Xing oder Linkedin hilfreich. Selbst für das sogenannte Senioren-publikum finden sich mittlerweile zahlreiche Portale.

Auch der Berater von Stiftungen kann in einem solchen Rahmen auf seine Anliegen und Fähigkeiten aufmerksam machen.

 

Haben Sie zum Schluss noch einen Tipp, was man unbedingt beachten soll?

Bekanntlich gibt es im Internet nicht nur seriöse Informationen. Auch ist nicht jede Internet-Plattform als Forum für den Meinungsaustausch immer empfehlenswert. Internetseiten wie beispielsweise www.stiftungsrecht-plus.de machen aber deutlich, dass man im Internet auch gut aufbereitete Plattformen findet, die stets aktuell wichtige Informationen liefern und den Meinungsaustausch fördern. Sich also nicht auf Werbung beschränken, sondern echte Inhalte und begründete Aussagen liefern. Wer auf einer solchen Internetplattform veröffentlicht , stellt sich im Übrigen im besten Sinne auch der community, d. h. wird ggf. auch deutlich kritisiert, wenn er daneben liegt. Wer im Stiftungsbereich tätig ist, sollte, das will ich gerne auch hier sagen, einen regelmäßigen Besuch auf dieser Seite aus meiner Sicht nicht versäumen. Trotz derzeit oft knapper Kassen bei den Stiftungen sollte hieran nicht „gespart“ werden - zumal der Besuch auf www.stiftungsrecht-plus kein Geld kostet.

 

Lieber Herr Schönleber, vielen Dank für das Gespräch.