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"Die Stiftung in der Beraterpraxis" widmet sich auch in der 4. Auflage ausführlich den Praxisfragen zur Stiftung.

Handbuch des internationalen Stiftungsrechts

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Dr. K. Jan Schiffer

Dr. K. Jan Schiffer ist Wirtschaftsanwalt und berät seit 1987 vor allem Familienunternehmen, Stiftungen, Verbände, staatliche Stellen, …mehr

Jörg Völker: Engagement im demografischen Wandel

Interview von Dr. K. Jan Schiffer (07/2012)

Jörg Völker wurde am 12.10.1966 in Mülheim an der Ruhr geboren. Er ist Dipl. Verw.-Wirt und Dialogmarketing- und Kommunikationsexperte für den Öffentlichen Sektor.

Nach seinem Studium an den Fachhochschulen des Bundes für öffentliche Verwaltung in Köln und Dieburg trat er 1994 in den Dienst der Deutschen Post in dem Bereich Produktion und Arbeitssystemorganisation. 1997 wechselte er vom Produktionsbereich des Konzerns in den Bereich Marketing und Vertrieb, wo er sich über verschiedene Stationen als Projektmanager und Berater mit Kommunikations- und Dialogmarketingthemen des Öffentlichen Sektors beschäftigt hat. Im Siegfried Vögele Institut, einer Internationalen Gesellschaft für Dialogmarketing der Deutschen Post AG, war er verantwortlich für Themen des Öffentlichen Sektors mit Schwerpunkten im Bereich Targeting, Regierungskommunikation, Parteienkommunikation und Online-Offline-Medienverknüpfung. Seit Anfang 2012 ist er Leiter der von der Deutschen Post ins Leben gerufenen und gemeinnützig orientierten Initiative „Vital in Deutschland“ (vid)“.

www.vitalindeutschland.de

 

Lieber Herr Völker, vielen Dank, dass Sie sich zu einem Interview mit uns bereiterklärt haben. Gemeinnütziges Handeln und Engagement gibt es ja nicht nur im Bereich steuerbefreiter Körperschaften. Vielleicht können Sie mit eigenen Worten beschreiben, warum die Deutsche Post die Initiative „Vital in Deutschland“ (vid) gegründet hat.

Die Deutsche Post hat die Initiative „Vital in Deutschland“ im Jahre 2010 ins Leben gerufen, um ihr soziales Engagement gegenüber Seniorinnen und Senioren zu zeigen. Die Deutsche Post ist ein weltweit agierendes Unternehmen, das im Sinne der Corporate Social Responsibility soziale Verantwortung innerhalb der Gesellschaft übernimmt. Mit der vid reagiert die Deutsche Post auf den demografischen Wandel und die sich stetig verändernden, gesellschaftlichen Bedürfnisse. Heutige Senioren sind zunehmend unabhängig, engagiert und mobil. Darüber hinaus sind sie bildungshungrig, kulturinteressiert und unternehmungslustig. Wir bieten ihnen die Möglichkeit, ihr Leben aktiv zu gestalten, indem wir das passende Angebot präsentieren. Das passt natürlich auch zu dem Geschäft, das die Post schon seit Jahrhunderten betreibt. Wir ermöglichen Kommunikation und bringen Menschen aller Altersstufen zusammen. Damit bieten wir schon bei der Generation 50 Plus beginnend wertvolle Unterstützung und schaffen Orientierung im stetig wachsenden Internetangebot. Die vid wird unter anderem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt und ist übrigens die einzige Online-Plattform, die ihre Angebote anschaulich, frei zugänglich und werbefrei darstellt.

 

Wie haben wir uns den Umgang mit dem Portal www.vitalindeutschland.de in der Praxis vorzustellen?

Unsere Internetplattform ist einfach und übersichtlich strukturiert. Die Gestaltung ist gerade für ältere Menschen visuell ansprechend. Man kann sich leicht orientieren, denn direkt auf der Startseite kann man gezielt nach dem suchen, was interessiert. Über die Suchmaske kann man gefiltert nach Interessenschwerpunkt und Ort das passende Angebot finden, regional und überregional. Ob Gedächtnistraining, Bergwanderung, PC-Kurse oder ehrenamtliche Tätigkeit: Wir bieten eine große Bandbreite. Lokale Angebote, abgestimmt mit Kommunen und kommunalen Einrichtungen in der Region, aus den Bereichen Bildung, Bürgerservice, Ehrenamt, Freizeit, Kultur, Reisen, Sport und Gesundheit runden das Bild der vid ab. Schon über 5.000 Angebote findet man auf der Internetplattform. Darüber hinaus gibt es einen umfangreichen Ratgeberteil mit hilfreichen Informationen, Tipps und Hinweisen. Wie kann ich mich zum Beispiel ehrenamtlich betätigen? Wie halte ich mich geistig fit? Was muss ich bei der Rentenbesteuerung beachten? Welche Formen des generationenübergreifenden Wohnens gibt es? Viele spannende Themen also, die auch über unsere Zielgruppe hinaus interessant sind.

 

Welche Vorteile haben aus Ihrer Sicht gerade Städte, Gemeinden und Kommunen, sich bei der Initiative Vital in Deutschland zu engagieren? Fungiert ihr Portal auch als Kommunikationskanal?

Der große Vorteil für Kommunen liegt darin, dass sie sich auf der Seite der Initiative mittels eines eigenen Stadtprofils darstellen und so auf ihre regionalen Themen und Angebote auch überregional aufmerksam machen können. Gerade in der lokalen Seniorenarbeit ist es sehr von Vorteil, eine Möglichkeit des Voneinander-Lernens zu haben. Damit entwickelt sich die Initiative mit ihrer Plattform zu einem Kommunikationsportal in der Multikanalansprache unserer teilnehmenden Städte, Gemeinden und Kommunen. Diese können ihre Angebote mit wenig Aufwand abbilden und müssen nicht Datenbanken dazu aufbauen. Umgekehrt können die Kommunen die vid als Rechercheportal für ihre eigene Seniorenarbeit im Rahmen der Seniorenberatung nutzen oder eben ihre Seniorenthemen kommunizieren. Zurzeit arbeiten wir intensiv mit einem Kooperationspartner zusammen, der eine Verwaltungssoftware speziell für Stiftungen, Vereine und kleine Non-Profit-Organisationen entwickelt. Damit können wir unseren Kooperationspartnern demnächst einen zusätzlichen Mehrwert bieten. Mit der Vision einer Ehrenamtsbörse gehen wir einen weiteren, wichtigen Schritt in Richtung Kommunikationskanal für Seniorenthemen.

 

Vital in Deutschland unterstützt aktiv auch ehrenamtliches Engagement von Vereinen. Welche Maßnahmen ergreift die Initiative derzeit?

Jeder Dritte in Deutschland engagiert sich bereits ehrenamtlich. Die Hauptmotive für das freiwillige Engagement sind vor allem der Wunsch nach gesellschaftlicher Mitgestaltung, soziale Kontakte zu knüpfen, anderen Menschen zu helfen und Spaß zu haben. Auch die Deutsche Post engagiert sich in diesem Bereich: Mit der Initiative Vital in Deutschland unterstützt sie Städte, Gemeinden und  Kommunen in Form von regelmäßigen Wettbewerben für ehrenamtliches Engagement. Mit dem im Juni gestarteten „VitalPokal für ehrenamtliches Engagement“ fördert Vital in Deutschland bereits zum dritten Mal Vereine, die sich mit ihren Projekten ausführlich auf unserer Seite darstellen können. Unser Ziel ist nicht nur das ehrenamtliche Engagement zu stärken, sondern den Vereinen auch die Möglichkeit zu bieten, über unsere Plattform ihre Projekte zu kommunizieren und so die Projektziele in der Öffentlichkeit nachhaltig zu positionieren. Bei dem im Februar 2012 durchgeführten Wettbewerb, dem VitalPokal im Saarland, wurden insgesamt über 30.000 Stimmen für die Projekte abgegeben. Wir haben uns sehr über die durchweg positive Resonanz sowie das Engagement unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger gefreut.

 

Wie ist die Reaktion in der Zielgruppe? Wie wird vid aufgenommen? Sehen die User mehr die Initiative „vid“ oder mehr das Unternehmen Deutsche Post?

Die vid kommt bei den Usern sehr gut an. Sie finden die Idee einzigartig, weil sie sich genau die Suche nach Angeboten und für diese Zielgruppe relevanten Themen auf anderen oft kompliziert aufgebauten und mit Werbung gespickten Portalen sparen können. Bei uns finden sie die Angebote mit allen wichtigen Informationen wie Ansprechpartner, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Internetseite übersichtlich und einheitlich dargestellt.

Wenn die Nutzer an die vid denken, sehen sie beides: sowohl die Initiative, als auch die Deutsche Post. Und das ist gut so. Letztendlich soll ein solches Engagement von einem Unternehmen nicht verheimlicht werden.

 

Wo sehen Sie die Initiative Vital in Deutschland in Zukunft? Gibt es auch eine Zusammenarbeit mit Partnern aus dem NPO-Sektor?

Vital in Deutschland ist eine zukunftsorientierte und nachhaltig orientierte Initiative, die rechtzeitig auf den demographischen Wandel reagiert. Im Sinne der kommunalen Daseinsvorsorge werden wir auch in Zukunft das ehrenamtliche Engagement in den Kommunen unterstützen. Ebenso sind wir sehr darum bemüht unser Angebotsspektrum stetig zu erweitern. Damit reagieren wir auf die Nachfrage unserer heutigen Generation 50 Plus, die immer agiler, selbstbestimmter und engagierter ist. Vital in Deutschland ist eine wichtige Anlaufstelle für Senioren und wird zukünftig als Dialogplattform und Kommunikationskanal für Kommunen und Anbieter weiter Vorteile liefern können.

Die Initiative arbeitet schon jetzt mit gemeinnützigen Organisationen zusammen. Angefangen bei der BAGSO über Landessportbund Hessen und Sozialverband Deutschland bis zur Vereinigten Lohnsteuerhilfe. Wie man sieht, deckt die Initiative ein breites Kooperationsspektrum ab und sie wird dabei von dem Bundesfamilienministerium ideell und kommunikativ unterstützt.

 

Zum Ende jedes Interviews stelle ich gerne noch folgende Frage: Haben Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen einen konkreten Rat für junge Menschen, die aktuell vor der Berufswahl stehen?

Ich würde dazu raten schon während der Schulzeit Praktika in verschiedenen Bereichen zu absolvieren. Nur so kann man einen Einblick in das Berufsleben erhalten und nachvollziehen, welche Kenntnisse für die Ausübung des bestimmten Berufs notwendig sind und wie diese mit den eigenen Wünschen und Wertevorstellungen harmonieren. Außerdem sollten junge Menschen vielfältige Beratungsmöglichkeiten zur Berufswahl in Anspruch nehmen, die u.a. von der Arbeitsagentur, Universitäten aber auch online angeboten werden. Letztendlich sollte eine Berufswahl sich so nah wie möglich an die Wünsche der eigenen Person orientieren und nicht zwingend pur wirtschaftlich gesehen werden. 


Lieber Herr Völker, herzlichen Dank für das Gespräch.