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"Die Stiftung in der Beraterpraxis" widmet sich auch in der 4. Auflage ausführlich den Praxisfragen zur Stiftung.

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Dr. K. Jan Schiffer

Dr. K. Jan Schiffer ist Wirtschaftsanwalt und berät seit 1987 vor allem Familienunternehmen, Stiftungen, Verbände, staatliche Stellen, …mehr

19.06.2018Haftung von Aufsichtsorganen

Von: K. Jan Schiffer

Der Blick auf die Antwort zu der Frage nach der Haftung von Aufsichtsorganen (hier: Stiftungsrat) hat sich gegenüber dem Blick, wie "man" ihn noch vor etwa 10 Jahren hatte, dramatisch verändert. Der einschlägige Zeitgeist ist ein deutlich anderer geworden. Die Corporate-Governance-Diskussion  (siehe auch hier und hier (S.8) und hier (S.30)) sowie die aktuelle Compliance-Diskussion, die es immer wieder auch bis in die Tagespresse schafft, sind nicht ohne Auswirkung geblieben.

Heute ist es fast eine normale Nachricht, wenn man liest, dass ein Aufsichtsrat die Ex-Vorstände der Unternehmung auf Schadensersatz in Millionen-Höhe verklagt. Früher "gehörte sich das nicht", wie ich nicht nur einmal gehört habe. (Es ist ein Vorteil des Älterwerdens, dass man schon ein Einiges erleben durfte, woraus man dann lernen kann.)

Warum verklagt heute der AR ggf. ein ehemaliges Vorstandsmitglied für das Unternehmen?

Nun, wohl auch deshalb, weil er Vorwürfe und/oder Schadensersatzforderungen wegen Untätigkeit gegen sich und seine Mitglieder fürchtet.

Hinzu kommt auch ein heute anderes Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden (s. etwa hier und hier). Die Kavaliersdelikte sterben aus - nicht nur bei der Steuerhinterziehung.

Was sagt uns das?

Sorgfalt ist gefragt! Die angemessene Dokumentation von Entscheidungen ist unerläßlich: P-A-S-D

In der Hoffnung, dass es hilft, wiederhole ich es immer wieder "gerne" (?).

Selbst wenn es mancher hoffen mag: Die (angeblich) guten alten Zeiten kehren auch hier nicht zurück.

  • Es sind übrigens auch nicht (nachträglich) immer die falschen Berater, wenn etwas schief geht. Jeder ist verantwortlich dafür, sich die richtigen Berater auszusuchen. Wer mit seinen Beratern an Grenzen gehen will, sollte nicht überrascht sein, wenn diese Grenzen (vor allem in der nachträglichen Betrachtung) als überschritten angesehen werden, oder?