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"Die Stiftung in der Beraterpraxis" widmet sich auch in der 4. Auflage den Praxisfragen zur Stiftung.

Handbuch des internationalen Stiftungsrechts

Das "Handbuch des inter­­­nationalen Stiftungsrechts"

gibt einen praxisbezogenen Überblick über wesentliche Fragen des Stiftungs­­­­­wesens. …mehr

Dr. K. Jan Schiffer

Dr. K. Jan Schiffer ist Wirtschaftsanwalt. Er berät seit 1987 vor allem Familienunternehmen, Stiftungen, Verbände, staatliche Stellen, …mehr

19.09.2016Wunsch nach Wohltätigkeit?

Von: K. Jan Schiffer

Man hört es im Bekannten- und im Freundeskreis. Man liest es in der Presse und sieht es im Fernsehen:

Ja, es gibt Menschen, die zu ihrem gemeinnützigen Engagement nicht von dem puren Wunsch nach Wohltätigkeit getrieben werden, sondern (auch) von dem Wunsch nach "Steuerersparnis" und ggf. sogar von Eitelkeit.

Ja und, möchte ich sagen.

Das Gesetz sagt nichts zur Motiovation, damit sind "Spenden, etc." auch dann passend für den "guten Zweck", wenn die Motivation dahinter nicht rein altruistisch ist, wenn, ja wenn die gesetzlichen Vorgaben zur Gemeinnützigkeit eingehalten werden. Die aber fordern keine Uneigennützkeit. Das Gesetz erscheint mir hier als ausgesprochen pragmatisch.

Was heißt zudem Steuernsparen? Der "Spender/Stifter, ..." muss immer deutlich mehr geben, als der Staat ihn Steuern sparen läßt. So ist der vom Staat vorgeschlagene Deal.

Ich habe diese Diskussion, die sich auch in der Wissenschaft ab und an findet, als rechtliche Dikussion noch nie verstanden. Es ist und bleibt eine politische und moralische Diskussion. Da läßt sich bekanntlich besonders gut streiten.

Nebenbei bemerkt, kenne ich kein menschliches Handeln, das bei genauer Betrachtung tatsächlich monokausal begründet ist. "Egoistische Motive" schwingen gerade vorliegend durchgehend mit. Wer will da überhaupt die Unterscheidung und Gewichtung für welche moralische Bewertung bindend vornehmen?

Ich halte mich aus solchen emotionalen Diskussionen in meinem Umfeld jetzt zunehmend raus. Sie bringen nichts. Empörung und ggf. anschließende Beschwichtigung bringen uns auch hier nicht weiter.

Der Gesetzgeber hat den Rahmen geschaffen und der, aber auch nur der, ist einzuhalten. Ansonsten finde ich es ohnehin gut, wenn jemand Gutes tut und darüber auch einmal schweigt.