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Dr. K. Jan Schiffer

Dr. K. Jan Schiffer ist Wirtschaftsanwalt und berät seit 1987 vor allem Familienunternehmen, Stiftungen, Verbände, staatliche Stellen, …mehr

14.11.2009Gute Ratschläge zur Vermögensverwaltung?

Von: K. Jan Schiffer

Da ist er wieder einmal: Der ärgernde Artikel ohne hinreichende Recherche und ohne Hintergrund  - und das im Handelsblatt vom 10.11.2009 im neuen modernen Outfit auf S. 40 f.

Anke Brillen berichtet da über "eine von rund einer Handvoll Stiftungsberaterinnen, die es in Deutschland gibt" - eine Bankmitarbeiterin. Nicht nur angesichts der langjährigen Ausbildungsarbeit und der betreffenden Lehrgänge der Deutschen Stiftungsakademie fragt man sich, wer die Autorin des Artikels hier hinter das Licht geführt hat. Wohl fast jede Bank und Sparkasse verfügt heute über einen oder mehrere Stiftungsberater und wir haben in Deutschland noch deutlich mehr als nur eine Handvoll Banken.

Empfohlen wird von der Bankmitarbeiterin, so berichtet Anke Brillen, für "nachhaltige  Erträge - möglichst ohne Risiko" eine Anlagestrategie mit einem Aktienanteil von maximal 15% Prozent, aber keine Einzelaktien. Die restlichen 85% sollen die Stiftungen in Staatsanleihen und Pfandbriefen anlegen. Bei Stiftungen, die mehr als 2% für die von ihnen geförderten Projekte "ausschütten" sollen, soll der Aktienanteil bis zu 25% betragen dürfen. Ausnahmesweise sollen auch Unternehmensanleihen in Frage kommen, aber nur bei einem Rating bis A minus.

Puh! Da erschreckt nicht nur die simple Ratinggläubigkeit. Noch mehr verärgert der Vorschlag einer Pauschallösung ohne Hinweis auf die Besonderheiten der Einzelfälle. (Lesen Sie dazu den Eintrag vom 24.09.2009!) Es gibt doch nicht nur Förderstiftungen, die "ausschütten". Kennen wir nicht auch Anstaltsstiftungen, Stiftungen, die eigenständig Projekte betreiben, gemeinnützige Stiftungen, mildtätige Stiftungen, privatnützige Stiftungen, treuhänderische Stiftungen, kirchliche Stiftungen und z. B.  Familienstiftungen, Unternehmensverbundene Stiftungen usw.? Diese hier nur angedeutete Vielfalt soll mit einer einzigen Anlagestrategie bedient werden? Ganz zu schweigen davon, dass der Stifterwille im Einzelfall für die Anlagestrategie entscheidend ist und die Stiftungsorgane bindet. Kein Wort davon in dem HB-Artikel.

Der Artikel läßt an der Recherche der Journalistin und an der Stiftungsexpertise der zitierten Stiftungsberaterin zweifeln und gleichzeitig an die Vertriebsexpertise der Bankmitarbeiterin denken. Wir bleiben dabei und schauen im Einzelfall bei der Vermögensverwaltung genau hin, reicht doch auch bei ehrenamtlichen Stiftungsvorständen für eine sorgfältige Vermögensverwaltung nicht, dass diese sich einfach auf die Expertise eines Bankmitarbeiters verlassen. Der Artikel zeigt, warum das so ist.