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Ein Blick auf die Beratung am Beispiel Arbeitsrecht

08. Februar 2021

Mal etwas ganz anderes: Es ist wohl allgemein bekannt, dass es im Arbeitsrecht sogenannte „Arbeitgeberanwälte“ und sogenannte „Arbeitnehmer-/Gewerkschaftsanwälte“ gibt. Das sind dann Volljuristen, die bei entsprechend mehr oder weniger identischem Studium oft „erstaunlicherweise“  in ihren rechtlichen Bewertungen und Kommentierungen zu diametral unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Wir wissen, dass Rechtswissenschaft das Bewerten von Sachverhalten anhand der Gesetze und des Rechts sowie daraus folgend das Vertreten von Meinungen ist. Die Meinungen sind dann, je nach Sichtweise, mehr oder weniger herrschend. Ich finde allerdings, das wohl ideologisch begründete und beinahe schon traditionelle „Gegeneinander der beiden Seiten in Arbeitsrechtsfällen“ immer wieder erstaunlich. Zur Anwaltstätigkeit im Arbeitsrecht findet sich eine schönes Interview mit dem Kollegen Ulrich Fischer in der Juris Monatszeitschrift (Heft Februar 2021, S. 85 ff.). Das Interview empfehle ich ausdrücklich zur Lektüre.

Interessant ist in dem Interview u. a. die Anmerkung von Fischer zu einem besonderen Thema. Gerne möchte ich diese Anmerkung hier zitieren, finde ich doch, dass sie nicht von wirklicher Kenntnis der Praxis der „anderen“ Seite geprägt ist. Rechtsanwalt Fischer sagt in dem Interview:

„… der Betriebsräte vertretende Anwalt kann nicht darauf hoffen, wie sein anwaltlicher Gegenpart mit einer Honorarvereinbarung für seine segensreiche Tätigkeit belohnt zu werden.“

Da klingt an, dass eine Honorierung nach Stundensätzen zu einem größeren wirtschaftlichen Erfolg als die Honorierung nach anwaltlichem Gebührenrecht führt. Das muss gar nicht so sein. Ich kann aus der Praxis versichern, dass gerade in Fällen mit erheblichem „Gegenstandswert“ ein Stundenhonorar den wirtschaftlichen Erfolg des Anwalts grundsätzlich deutlich begrenzt, was übrigens nicht nur für das Arbeitsrecht gilt. Darüber will ich mich nicht beklagen, denn in anderen Fällen wird das auch andersherum sein. Ich wollte es nur als Diskussionsbeitrag angemerkt haben. Bekanntlich ist ja der Garten des Nachbarn immer grüner als der eigene Garten.

Im Übrigen möchte ich anmerken, dass es gar nicht so sein muss, dass man immer nur eine Seite vertritt. Aktuell begleite ich in unterschiedlichen Mandaten sowohl einen Betriebsrat in seinem Verhältnis zur Unternehmensleitung als auch eine Unternehmensleitung in Verhandlungen mit einer Tarifkommission. Den betreffenden Mandanten ist das bekannt. Die Erfahrungen, die ich hierbei als Verhandlungsanwalt sammeln durfte und weiterhin darf, empfinde ich als ausgesprochen bereichernd. Sie ermöglicht einen noch besseren Blick auf die Interessen beider Seiten. Ein solcher Blick hat sich mir immer wieder als grundlegend für die Behandlung von Rechtsangelegenheiten und bei Verhandlungen erwiesen.

Das wollte ich hier nur einmal kurz angemerkt haben.

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