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Vermögensanlage durch Stiftungen in schweren Zeiten – und dazu noch Corona

07. Oktober 2020

Ja, wir wissen es: Der Kapitalmarkt bringt aktuell kaum noch Zinsen. Das gilt in C-Zeiten erst recht. Das macht Stiftungen das Leben schwer. Das ist schon seit einigen Jahren so und wird aller Voraussicht nach auch noch einige Jahre so bleiben. Stiftungen mit ausreichenden Vermögen denken deshalb z.B. auch über ein Investment in Immobilien nach und dabei sogar darüber, selbst Immobilien zur Eigennutzung und oder Vermietung zu errichten.

Natürlich haben auch die Banken und Finanzdienstleister das Thema erkannt und bieten sich als Problemlöser mit ihren Finanzprodukten an.

Nicht begeistern kann es allerdings, wenn Finanzdienstleister auf Veranstaltungen oder auch sonst mit den ewig gleichen Charts werben, die ich schon seit 25 Jahren kenne:

  1. Wir stellen uns vor.
  2. Das sind unsere Erfolge.
  3. Wir haben bisher fast immer den Markt geschlagen. („Was für eine schöne Kurve!“)
  4. Wir sind einzigartig.

Einzigartig sind tatsächlich die Stiftungen. Ihnen dient man nicht mit 08/15 Lösungen, sondern mit Lösungen für ihren konkreten Fall.

Maßstab auch für die Vermögensanlage ist der Stifterwille bei Errichtung der Stiftung, der insbesondere in der Satzung mehr oder weniger deutlich manifestiert ist, die dazu gegebenenfalls auszulegen ist. Anders ausgedrückt: Maßstab ist der Nachhaltigkeitsbegriff, den der Stifter für diese Stiftung hoffentlich möglichst deutlich vorgegeben hat. Maßstab ist nicht der Nachhaltigkeitsbegriff des Finanzdienstleisters oder eines sonstigen Dritten. Das ist und bleibt stiftungsrechtlich so. Ich würde mich freuen, wenn sich diese Erkenntnis auch in der Finanzwelt verbreiten würde. Die Stiftung ist eben ein ganz besondere Rechtsfigur.

Klar ist aber auch, dass eine konkrete individuelle Beratungsleistung bei der Vermögensanlage für eine spezifische Stiftung kosten muss. In der Regel ist sie sehr viel teurer, als es sich eine kleine oder mittlere Stiftung leisten kann. Da liegt ein grundlegendes Problem. Im Ergebnis bleiben für solche Stiftungen doch nur Lösungen von der Stange. Die Stiftungsorgane müssen dann allerdings genau schauen, ob die betreffende „Stange“ zu den Vorgaben passt, die der Stifter für die Vermögensanlage ausdrücklich oder stillschweigend gegeben hat. Da liegt eine haftungsträchtige Verantwortung.

Es wäre sehr zu begrüßen, wenn Finanzdienstleister hier mit Stiftungen zu Beginn ihrer Zusammenarbeit gemeinsam genauer hinschauen würden, denn: Die Lösung liegt im Einzelfall!

Ich bin kein Prophet wenn ich „vorhersage“, dass uns dieses Thema noch lange begleiten wird. Wir bleiben dran!

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