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Vorurteil: Berechnung zu vieler Anwaltsstunden?

13. Februar 2020

In der Beratungsbranche ist es weithin üblich, dass Rechtsanwälte ihre Beratungsleistungen nicht nach der Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) – und damit nach dem jeweiligen Gegenstandswert der Angelegenheit – abrechnen. Abgerechnet wird ganz häufig nach Stundensätzen, d.h. auf der Basis des für die Beratung erbrachten Zeitaufwands.

Bei Vergütungsverhandlungen zwischen Berater und Mandant wird oftmals besonderen Wert auf bestimmte Stundensätze gelegt. Drastisch gesagt: Der Mandant will möglichst niedrige Stundensätze. („Wir sind doch eine gemeinnützige Stiftung.“) Der Rechtsanwalt will oftmals möglichst hohe Stundensätze. („Wir sind eine ganz erfahrene Kanzlei mit viel Spezialwissen. …“) Nach meiner Erfahrung ist die Höhe des Stundensatze gar nicht der wichtigste Punkt (siehe dazu aber Schiffer-Blog vom 27.01.2020). Viel entscheidender erscheint mir, dass nicht zu viele Stunden aufgeschrieben werden. Wir kennen möglicherweise den berühmten Satz aus einem Juristen-Krimi, der in etwa wie folgt lautet: Lieber junger Kollege, wenn du morgens beim Rasieren an den Fall denkst, so schreibe die Viertelstunde auf den Stundenzettel. So oder so ähnlich lautet der Satz. Er spielt mit dem weit verbreiteten Vorurteil, dass Anwälte tendenziell zu viele Stunden in Ansatz bringen.

Über die Jahre habe ich so manche Honorarrechnung aus der Anwaltschaft angesehen. Ich will es einmal so sagen: Das Vorurteil wurde nicht durchgehend wiederlegt. Möglicherweise ist es aber doch ein Fehlurteil.

Der Spiegel hat nämlich Ende Januar 2020 über Studien unter Leitung der israelischen Sozialpsychologin Shoham Choshen-Hillel berichtet. In deren Studien wird nach Darstellung des Spiegel gezeigt, dass Menschen dazu neigen, zu lügen, wenn die Wahrheit zu sehr zu ihren Gunsten ausfallen würde. Sie wollen sich nicht dem Verdacht aussetzen, geschwindelt zu haben. So habe ein Experiment mit Rechtsanwälten gezeigt, dass knapp 20 % der Anwälte es vorziehen, ihren Mandanten weniger als die tatsächlich angefallenen Stunden in Rechnung zu stellen, wenn der Fall besonders viel Arbeit gemacht habe.

Nun 20 % sind nicht 100 %, aber Zweifel an meinem obigen Vorurteil habe ich nun doch. Absolut …

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