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Stiftungsfonds?

14. November 2013

Stiftungsfonds?

Eine zunehmende wichtige Form des Stiftens

Beobachtung aus der Praxis

Bei der Suche nach Stiftungsvermögen ermöglichen es nach meinen Beobachtungen immer mehr Stiftungen ihren Zustiftern, die Zustiftung in der besonderen Form eines Stiftungsfonds zu erbringen.

  • Wie neu der Ansatz in der Praxis dennoch ist, zeigt sich daran, dass der hier gemeinte Stiftungsfonds oft noch mit der gleichnamigen Kapitalanlageform für Stiftungen verwechselt wird. Zur weiteren Verwirrung gibt es dann auch noch den Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds Stiftung des öffentlichen Rechts (www.stiftungsfonds.org).

Ein Stiftungsfonds ist eine Zustiftung zur Erhöhung des Grundstockvermögens einer bestehenden (rechtsfähigen) Stiftung. Die Zustiftung (Schenkung) erfolgt hier mit Auflagen gegenüber der Stiftung. Eine Auflage betrifft typischerweise den Zweck, für den das zugestiftete Vermögen verwendet werden soll. Das ist regelmäßig ein Teilzweck aus den umfassenderen Zwecken der Stiftung. Eine zusätzliche Auflage kann sein, dass der Stiftungsfonds wie auch eine treuhänderische Stiftung einen eigenen Namen erhält. Zudem kann der Zustifter der Stiftung auferlegen, dass in der Stiftung ein internes Organ für den Stiftungsfonds geschaffen wird, das über die Verwendung der Erträgnisse aus dem Stiftungsfondsvermögen befindet.

Im Gegensatz zur rechtsfähigen Stiftung hat ein Stiftungsfonds keine eigene Rechtspersönlichkeit. Er ist anders als die treuhänderische und die rechtsfähige Stiftung auch kein Steuersubjekt. Er ist Teil des Stiftungsvermögens der Stiftung, zu deren Vermögen er zugestiftet wurde.

5 Vorteile eines Stiftungsfonds

Folgende wesentliche Vorteile eines Stiftungsfonds lassen sich festhalten:

1.

Ein Stiftungsfonds ermöglicht es dem Zustifter von der Organisation einer bestehenden Stiftung zu profitieren. Für die Verwaltung des betreffenden Vermögens muss er keine zusätzlichen Mitstreiter suchen.

2.

Das Fondsvermögen geht bei der Verwaltung in dem (größeren) Vermögen der Stiftung auf. Das bringt regelmäßig auch Vorteile bei der Kapitalanlage.

3.

Der Vorstand der Stiftung kennt sich mit der Zweckerfüllung aus. Er versteht sein Geschäft.

4.

Der Zustifter kann dennoch durch ein internes Organ Einfluss auf die Zweckerfüllung nehmen.

5.

Wie bei der rechtsfähigen Stiftung und der treuhänderischen Stiftung kann der Zustifter „seinem“ Stiftungsfonds einen Namen geben.

Fazit:

Der Stiftungsfonds ist ein attraktiver Weg des Stiftens, dem wir uns in Zukunft zweifellos vermehrt zuwenden werden.

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